Danny giles band 25.10.2023 berlin, hafenbar tegel

THE DANNY GILES BAND – Hafenbar Tegel / Berlin – 25.10.2023 - Text: Mike Kempf - Fotos: Conny Kempf

 

DANNY GILES, britischer Komponist, Sänger und Gitarrist, gibt sich heute Abend in der Hafenbar Tegel die Ehre. Auf Empfehlung des ELECTRIC BLUES BASH [electric-blues-bash.de] sind wir live vor Ort, wissen aber, dass GILES in der internationalen Bluesrock-Szene längst kein unbeschriebenes Blatt ist. Warum das so ist, will er heute dem Berliner Publikum demonstrieren – übrigens sein erster Berlin-Auftritt.

 

Anfänglich seiner Karriere viel mit dem Harp-Spezi WILL WILDE zusammenarbeitend, gründete GILES 2014 seine eigene Band, dessen Aktienverlauf von da an nur eine Richtung kennt - steil nach oben! Vor allem agiert er im königlichen Reich recht erfolgreich und spielt nicht selten vor vollen Häusern.

Mit dem Bassisten JON CHASE und ALAN TAYLOR (Schlagzeug) an seiner Seite betritt er kurz vor 21:00 Uhr die Bühne, offeriert von Anfang an, ohne großartig warmzuwerden, energiegeladenen Bluesrock der Güteklasse A. Kein leichte Aufgabe, da der Club für seine Verhältnisse ungewöhnlich überschaubar gefüllt ist.

 

Trotzdem, wie von einem Tsunami verursachter Brecher schwappen die ersten Töne ins Innere, wobei sich die Fans gerne vom gewaltigen Sound überfluten lassen. Denn eins kristallisiert sich zweifelsohne heraus - DANNYs filigraner Saitenzupf, das jedes Bluesrockherz höher schlagen lässt – und zwar vor Begeisterung. Dabei brilliert er von extrem rockigen Songs bis hin zu gefühlvoll vorgetragenen Balladen, mit der Präzision eines Schweizer Uhrwerks. Keine Frage, beeinflusst unter anderem von HENDRIX, GARY MOORE oder CREAM ist er in der Lage, die Saiten seiner Klampfe derart in Schallgeschwindigkeit zu bespielen, die einen Vergleich mit Gitarrenhexern vom Schlage eines MALMSTEEN oder LANCE LOPEZ nicht zu scheuen braucht. Da kann ich, so wie vor ein paar Tagen an gleicher Stätte, als ARTUR MENEZES ein unglaubliches Konzert ablieferte, noch so krampfhaft auf Schwachstellen Ausschau halten – FEHLANZEIGE!

 

Meiner Meinung nach ist DANNY ein typischer Vertreter des britischen Bluesrocks, der sich gerne im Genre der 70er wohlzufühlen scheint. Zumindest erinnern einige Songs im Stil an die glorreiche Ära, als die leider nicht mehr unter uns weilenden ALVIN LEE, JOHNNY WINTER, JOHN LEE HOOKER oder FREDDIE KING das Sagen hatten. So ist auch kein Wunder, dass er auch ein paar Coversongs in seinem Repertoire hat, zum Beispiel HENDIRXs „Voodoo Chile“ oder PETER GREENs [FLEETWOOD MAC]„Black Magic Woman“.

Während TAYLOR und CHASE zunächst etwas zurückhaltend agieren, nehmen sie immer mehr an Fahrt auf, sodass JON mit einem gut vorgetragenen Basssolo stark punktet, während ALAN an seiner Muckibude oft mit Schwerstarbeit das Trio im Rhythmus hält.

 

DANNY selbst ist es, der durch seinen kraftvollen Gesang und glänzendem Gitarrenspiel die entscheidenden Akzente setzt. Derart gute Akzente, die nicht nur mich zufriedenstellt, sondern all diejenigen, die – wenn auch leider zu wenige - live dabei waren. Letztlich wünsche ich mir, dass das Trio auch im nächsten Jahr in der Hafenbar spielt, vielleicht an einem Wochenende, außerhalb der Ferienzeit und wenn die Fans ihre Motivation für Konzertbesuche - so, wie vor Corona – komplett zurückgewonnen haben.

 

Wir bedanken wir uns beim Hafenbar-Team und Electric Blues Bash für die problemlose Akkreditierung.

 

 

 

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